TRAVEL | Wellness-Urlaub mit 3 Kleinkindern | Adler Resort Hinterglemm, Österreich

Bei einem gemeinsamen Spaziergang im Wald mit unseren Freunden war uns eines klar: wir brauchten dringend Erholung! Die vergangenen Wochen zeichneten sich bei beiden Familien durch schlechte Nächte, anstrengende Tage und der wachsenden Sehnsucht nach Ruhe und Entspannung. Unsere Idee: ein paar Tage Wellness-Urlaub! Die 3 Kinder kommen natürlich mit (9 Monate, 1,5 und 3 Jahre) - wir wechseln uns einfach ab und jeder darf seine Auszeit nehmen. So der Plan. Gesucht, gebucht, gepackt, gefahren.

 

Die Wahl fiel auf das frisch renovierte Adler Resort in Hinterglemm, Österreich. Der Internetauftritt versprach viel - und wir wurden nicht enttäuscht! Gebucht hatten wir 2 Apartments (sehr zu empfehlen mit Kindern!), das Frühstück war mit drin und wirklich sehr gut. Das Hotel hat ein Schwimmbad mit Babybecken, Sauna, Dampfbad, Außenpool und Ruhebereich. Massagen werden ebenfalls angeboten, welche wir auch gebucht haben - es hat sich wirklich gelohnt! Ich hatte selten eine so gute Massage! Außerdem gab es ein Kinder-Spielzimmer - während der Saison auch mit Betreuung. So viel zu den Rahmenbedingungen...

Ach ja: DAS IST KEINE BEZAHLTE WERBUNG. ICH WAR DORT UND HABE SELBST DAFÜR BEZAHLT. ES WAR TOLL, DESHALB ERZÄHLE ICH EUCH DAVON! 

 

Die Kinder waren sowas von begeistert! Aus dem Spielzimmer konnten wir die drei nur mit dem Schwimmbad locken und auch hier mussten wir später  unsere Überredungskünste spielen lassen, zum Abendessen die Becken zu verlassen. Und Leute, das Abendessen! Steaks!!! Das Hotel hat nämlich ein ausgezeichnetes Steak Restaurant - da konnten wir natürlich nicht widerstehen und reservierten einen Tisch. Und da standen wir dann um 19:30 Uhr. 4 Erwachsene, 3 Kinder. Alle Augen waren sofort auf uns gerichtet und in uns stieg langsam dieses Gefühl.. Kennt ihr das? Diese Gedanken "Finden uns die anderen zu laut, zu chaotisch?", "Passen wir hier mit Kindern rein?", "Ist das zu nobel mit Kindern?", "Wollen die anderen Ihre Ruhe haben?". So fragten wir die Kellnerin, ob wir besser im benachbarten Frühstückssaal platz nehmen sollen, dass wir niemanden stören. Und dann kam sie, die wohl netteste Antwort auf diese Frage: "Stören?? Wissen Sie, Sie stören überhaupt niemanden. Kinder sind nämlich genauso unsere Gäste, wie alle anderen hier auch. Sie bleiben hier, am besten Tisch im Restaurant.!" Fantastisch oder?

 

Das tolle an diesem Hotel ist, dass es sowohl Hotelzimmer als auch Apartments gibt. Ich finde mehrere Zimmer sind wirklich wichtig, wenn man mit Kind verreist! So konnten wir Mini ins Bett bringen, die Türe schließen und noch ein bisschen reden und fernsehen. Leider war Mini wie eigentlich immer auf Reisen etwas durcheinander, weil er sich immer erst an die neue Umgebung gewöhnen musste - und so wurde die erste Nacht im Urlaub na sagen wir... unruhig! :D (Eigentlich ist das etwas untertrieben - egal!) ;)

Die blödeste Idee Ever?!Wandern mit 3 Kinderwägen :D

Da wir zwischen der Wander-/Herbstsaison und der Wintersaison hier waren, war im sonst so belebten Ort leider nicht viel los. Also perfekte Bedingungen, ein bisschen Spazieren zu gehen. Nachdem wir an der Rezeption nach Aktivitäten gefragt hatten, wurde uns empfohlen auf die einzige geöffnete Hütte zu spazieren. So weit so gut. Wir packten unsere Siebensachen (oder Tausend??) und wanderten los. Mit im Gepäck 1 Kinderwagen und 2 Buggies. Die erste halbe Stunde war herrlich. Frische Luft, schlafende Kinder und die Vorfreude auf eine kurze Wanderung mit einem guten Essen auf der Hütte. Wie hoch sind eigentlich 600 Höhenmeter?! :D Schon bald kamen wir an einen Weg, der ziemlich steil wurde... Wir checkten nochmal die Entfernung und Route zur Zielhütte und waren der Meinung: schlimmer als so steil wird es nicht. :D :D :D Das war eine sehr naive Annahme! Zuerst keuchten wir und lachten, die Männer sagten alle 5 Minuten "Wenn wir das geschafft haben da vorne, dann ist es nicht mehr weit!" Äääääääh, doch. Es war noch weit, verdammte Sch**?e! :D

 

Nachdem dann das erste der Kinder anfing zu brüllen und wir eine kurze (oder lange) Brei-Fütter-Pause einlegten, fingen wir an zu zweifeln. Aber es ist ja nicht mehr weit! Tschagga! Der Brei war verfüttert, die Stimmung etwas besser (beim Kind). So liefen wir weiter. Und weiter. Und immer steiler nach oben und über Schotterwege (ich erinnere nochmal: mit Buggies!) und wir konnten echt nicht mehr. Die Kinderwägen wurden so schwer und so oft wir uns auch abwechselten (4 Erwachsene, 3 Wägen), die Kraft war weg - zumindest bei den Frauen. Es wurde mit zunehmender Höhe immer kälter und nachdem nun alle 3 Kinder bitterlich weinten, war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Meine Freundin und ich waren uns einig: wir kehren um. Aber kennt ihr das, wenn ihr schon so weit gelaufen seid, dass es sich nicht lohnt umzukehren, weil es genauso weit zurück wie zum Ziel ist?! So ein blöder Bullsh*t!!! Der Wind wurde immer eisiger, wir überquerten kleine Bachläufe (die ersten 4 habe ich super geschafft, natürlich habe ich mir bei Drecks-Bach Nr. 5 komplett nasse Socken geholt - Jay!), und ganz am Ende des Horizonts sahen wir irgendwann ein winziges Häuschen mit Fahne auf dem Dach. Das weckte Hoffnung, dass es auch noch andere Menschen hier oben gab. Doch als wir näher kamen, sah es irgendwie so aus, als wäre die Hütte geschlossen. Ein wenig Panik stieg in mir auf... Ich rechnete... Wie lange waren wir überhaupt schon unterwegs? Wann wird es dunkel? Schaffen wir das überhaupt wieder zurück? Und warum verdammt nochmal hat diese blöde Hütte kein Licht an? Die Männer gingen vor und.....

Die Tür ging auf! Tataaa. Mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich stellte mir vor, wie wir hier übernachten würden, vielleicht so 4-5 Jahre - bis die Kinder größer sind und selber wieder runter laufen können! :D Aber als ich ein geparktes Auto vor der Türe sah, war mir klar. Es muss auch einen bequemeren Weg runter geben! Wir würden es ohnehin nicht vor Anbruch der Dunkelheit bis runter schaffen. Und so entspannten wir uns erst einmal, bestellten wirklich sehr leckeres Essen und tranken erst Mal einen Schnaps! :) Nach dem Essen bestellte uns die Wirtin ein Großraum Taxi und als der nette Taxifahrer auch tatsächlich kam, war ich wieder vollkommen glücklich! :D Und als wir den steilen Weg so im Auto herunter fuhren, wurde ich auch etwas stolz, dass wir das alles hochgelaufen sind!

 

Fazit: Das Essen auf der Hütte war genial. Viel frische Luft hatten wir und Bewegung. Und wir kamen sowohl körperlich, als auch nervlich an unsere Grenzen (Kindergebrüll und die Frage, ob das nicht einfach eine ganz doofe Idee war). Ich schwöre, ich mach das nie wieder. Aber im Nachhinein muss ich lachen. Darüber, dass alle Kinder es so naja fanden :D, darüber dass meine Freundin und ich auch kurz vor dem Weinen standen, und dass es zurück im Hotel das geilste Gefühl war wieder trockene Socken anzuziehen! :D

ES WAR GEIL! :D

 

Ach ja: auf den Fotos sieht es nicht so wirklich steil aus. Aber das war es!


Wellness mit Kindern - Eine gute Idee!

Natürlich muss das Hotel aber zu einem solchen "Wellness mit Kind"-Plan passen - und auch hier ist das Adler Resort ein Volltreffer .  :D Hier gibt es mehrere, großzügige Bereiche, wo die Kinder Platz zum albern und planschen haben und die "Kuschel-Ruhe-und-Erholungs-Paare" können auf einen der schönen Ruheräume zurückgreifen! Genial.

 

Wir waren außerhalb der Saison dort, deshalb gab es leider keine Kinderbetreuung.  Aber es war überhaupt kein Problem, dass wir uns beim Entspannen dann abwechseln mussten.  Die Kinder im Kleinkindbecken, die Männer erst im Fitness-Bereich, danach in der Sauna. Wir Mädels haben uns eine wunderbare Massage gegönnt und waren danach im Dampfbad. Zurück in der Wohnung haben die Kids dann gespielt und wir haben uns ein kühles Bier auf dem Balkon gegönnt. Man muss nur wissen, wie man sich organisiert! ;-)

 

Jetzt interessiert mich nur noch, wie fantastisch dieses Hotel während der Saison ist. Denn wenn zu all dem Entspannen und gut Essen auch noch der Wintersport dazu kommt: HOLLA DIE WALDFEE!


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